Eine alte EU-Größe oder eine frühere Bestellung ist nur ein Anhaltspunkt – Kinderfüße wachsen, und bei Nanga können sich Schnitte und Größen ändern. Für die Auswahl eines neuen Kinderhausschuhs ist deshalb ein aktuelles Fußmaß in Zentimetern die verlässlichere Grundlage.
Mit Papier, Stift und Lineal kannst du beide Füße in wenigen Minuten messen. Anschließend vergleichst du das längere Maß mit der aktuellen, zum Modell passenden Nanga-Größenberatung und prüfst den Sitz am Kind. So wird die Online-Auswahl sicherer und unnötige Retouren lassen sich vermeiden.

1. Kinderfüße richtig auf Papier messen
Lege ein ausreichend großes, ebenes Blatt Papier, einen gut gespitzten Stift und ein Lineal oder Maßband bereit. Messe möglichst in den Socken, die das Kind später im Hausschuh tragen wird – oder barfuß, wenn der Schuh ohne Socken genutzt wird. Wichtig ist, dass das Kind beim Messen aufrecht steht und das Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilt.
Stelle einen Fuß vollständig auf das Papier. Die Ferse sollte gerade anliegen, ohne dass das Kind nach hinten ausweicht. Markiere mit dem Stift die äußerste Stelle an der Ferse und die Spitze des längsten Zehs. Wiederhole den Vorgang mit dem zweiten Fuß. Zeichne nicht zwingend den ganzen Fuß nach: Für die Länge reichen die beiden klaren Markierungen.
Miss anschließend mit dem Lineal die Strecke zwischen Fersenmarkierung und Zehenmarkierung in Zentimetern. Lies möglichst auf den Millimeter genau ab und notiere beide Werte, zum Beispiel 18,2 cm und 18,5 cm. Maßgeblich ist das längere Maß – in diesem Beispiel also 18,5 cm. Wenn die Markierung unklar ist, wiederhole die Messung lieber einmal in Ruhe.

2. Fußmaß, benötigte Größe und Innensohlenlänge unterscheiden
Das Fußmaß ist die gemessene Länge des längeren Kinderfußes. Die benötigte Schuhgröße wählst du anschließend mithilfe der aktuellen Nanga-Tabelle aus. Die Innensohlenlänge beschreibt die Länge im konkreten Hausschuh und kann je nach Modell und aktuellem Schnitt unterschiedlich ausfallen.
Gehe beim Größenabgleich in dieser Reihenfolge vor: Bestimme zuerst das längere Fußmaß in Zentimetern. Öffne dann die aktuelle Nanga-Größenberatung und wähle die Tabelle für dein Modell. Vergleiche anschließend den Messwert mit der angegebenen Innensohlenlänge.
Die aktuelle Nanga-Größenberatung nennt für die benötigte Größe die Orientierung „Fußlänge + 1 cm“; der Abrollspielraum ist dabei laut Größenberatung nicht eingerechnet. Diese Angabe gilt für die aktuelle Nanga-Beratung und ist keine allgemeingültige Regel für alle Kinderhausschuhe. Eine alte Bestellung oder ein früher passender Schuh ersetzt den aktuellen Abgleich nicht.

3. Anprobieren: Zehenraum, Ferse und Halt prüfen
Probiere den Hausschuh mit den Alltagssocken im Stehen und beim Gehen an. Die Ferse bleibt dabei an ihrem Platz, der Schuh verdreht sich nicht und die Zehen stoßen vorne nicht an. Prüfe im belasteten Stand, ob die Zehen frei liegen und keine Druckstellen entstehen.
Beobachte anschließend einige Schritte und frage dein Kind, ob etwas drückt, rutscht oder unangenehm ist. Ein passender Hausschuh gibt Halt, ohne die Zehen dauerhaft an die Vorderkante zu drücken. Bei Unsicherheit vergleiche das aktuelle Fußmaß erneut mit der Nanga-Tabelle und der angegebenen Innensohlenlänge.
Kurze Checkliste für die Anprobe
- Beide Füße wurden aktuell gemessen; für die Auswahl zählt das längere Maß.
- Die richtige, aktuelle Nanga-Größentabelle und – falls angegeben – die Innensohlenlänge des konkreten Modells wurden geprüft.
- Die Ferse bleibt beim Gehen weitgehend an ihrem Platz, ohne dass der Schuh drückt.
- Die Zehen stoßen nicht vorne an und haben beim Stehen und Gehen ausreichend freien Raum.
- Das Kind kann sicher gehen und beschreibt den Hausschuh als bequem – ohne Druck, Rutschen oder Verdrehen.

4. Typische Fehler und besondere Fälle
Am häufigsten wird die bisherige EU-Größe ungeprüft übernommen. Das kann bei gewachsenen Füßen, einem anderen Modell oder geänderten Nanga-Schnitten zu einer unpassenden Auswahl führen. Ebenso ungenau ist es, nur einen Fuß zu messen oder den Fuß im Sitzen zu markieren. Miss beide Füße im Stehen und wiederhole die Messung bei einem unklaren Ergebnis.
Wenn die Füße unterschiedlich lang sind, ist das längere Maß entscheidend. Liegt das Ergebnis zwischen zwei Angaben der aktuellen Tabelle, prüfe die aktuelle Innensohlenlänge des gewählten Modells und die Hinweise in der Nanga-Größenberatung. Bei deutlich abweichenden Maßen, widersprüchlichen Angaben oder anhaltender Unsicherheit hole dir mit den konkreten Messwerten eine passende Größenberatung.
Eine pauschale Wachstumszugabe oder einen festen Zeitraum für die nächste Größe gibt es hier nicht zuverlässig abzuleiten. Als praktische Routine lohnt es sich, vor jedem neuen Kauf erneut zu messen – besonders wenn der bisherige Hausschuh drückt, rutscht oder plötzlich unbequem wirkt. So bleibt die Entscheidung am aktuellen Fußmaß ausgerichtet.

Häufige Fragen zur Größenwahl
Warum reicht die alte Schuhgröße nicht aus? Wachstum, ein anderer Schnitt oder geänderte Nanga-Größen können die frühere Angabe überholen. Maßgeblich sind das aktuelle Fußmaß und die passende Tabelle.
Was gilt bei zwei unterschiedlich langen Füßen? Für die Auswahl zählt das Maß des längeren Fußes. Bei einer ungewöhnlich großen Differenz helfen beide Messwerte bei der Größenberatung.
Was tun, wenn das Kind zwischen zwei Größen liegt? Vergleiche das Fußmaß mit der aktuellen Tabelle und der Innensohlenlänge des konkreten Modells. Bei widersprüchlichen Angaben wiederhole die Messung und hole dir gezielte Größenberatung.
Wie oft sollte neu gemessen werden? Vor jedem neuen Paar und zusätzlich, sobald der vorhandene Hausschuh drückt, rutscht oder beim Gehen nicht mehr bequem sitzt.
Für die Größenwahl genügt ein aktuelles Fußmaß als Grundlage. Prüfe den Sitz des Hausschuhs anschließend im Stehen und beim Gehen.



